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Abendmahl: Synode
spricht sich für Teilnahme
von Kindern aus
Mit deutlicher Mehrheit sprach sich die 46. Synode
der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg bei ihrer 12. Tagung
für eine Zulassung von Kindern zum Abendmahl aus. Die Synodalen
verabschiedeten am Freitag eine Handreichung, nach der Kinder eingeladen
werden können, am Abendmahl teilzunehmen. Das Papier ist das
Ergebnis eines breit angelegten Erarbeitungsprozesses, an dem mehrere
kirchliche Arbeitsbereiche beteiligt waren. Die Entscheidung über
die Teilnahme treffen die Gemeindekirchenräte der 123 Kirchengemeinden.
Wie der Vorsitzende des Theologischen und Liturgischen Ausschusses
Dr. Tim Unger in seiner Einbringungsrede betonte, werde in der
Handreichung der Grundsatz nicht aufgegeben, dass „der rechte Abendmahlsempfang
einer Vorbereitung bedarf“. Diese Vorbereitung solle „altersgemäß und
dem geistigen Vermögen“ der Kinder entsprechend erfolgen.
Bei einer solchen Vorbereitung dürfe, so Unger, davon ausgegangen
werden, „dass auch Kindern die Erfahrung geschenkt werden wird,
dass das Heilige Abendmahl kein bloßes Essen und Trinken ist,
sondern Teilhabe am Herrn Jesus Christus.“ Nach der derzeitigen
Praxis nehmen Konfirmanden in vielen Kirchengemeinden während
des Konfirmationsgottesdienstes das erste und auf lange Zeit das
letzte Mal an einer Abendmahlsfeier teil.
Zuvor hatte Prof. Dr. Christian
Grethlein von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
in die theologischen und historischen Zusammenhänge des Abendmahls
eingeführt. Er erinnerte daran, dass Martin Luther der Taufe
eine grundlegende Bedeutung für das ganze Leben der Christen
zuerkannte. Der erste Abendmahlsgang sei erst im 17. Jahrhundert
als gemeinsamer Ritus geregelt worden. „Die Vorstellung, dass
die Konfirmation die Voraussetzung zum Abendmahl ist, entsteht also
erst später und kann deshalb nicht als reformatorisch gelten“,
erläuterte der Referent. Aus entwicklungspsychologischer Perspektive
wies der Theologe darauf hin, dass Kinder, die vom Abendmahl ausgeschlossen
würden, unter Umständen „etwas Falsches“ lernen
würden. Ein Kind habe diese Erfahrung einmal auf den Punkt gebracht
und gefragt: „Bin ich noch zu klein für Jesus?“ Grethlein
sprach sich in diesem Zusammenhang dafür aus, die religiöse
Erziehung der Kinder nicht nur religionspädagogischen Fachleuten
in Kindergärten und Schulen zu überlassen. Die „Stärkung
der Familien als Orte religiöser Erziehung“ verdient seiner
Ansicht nach „höchsten Einsatz“. Denn: „Es
gibt wohl kaum ein intensiveres religiöses Erlebnis als den
gemeinsamen Gang zum Tisch des Herrn.“ Das Abendmahl biete
Kindern einen wichtigen Raum, „um Christsein zu lernen“. |
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Synode verabschiedet Haushalt
Für eine Einhaltung des eingeschlagenen Sparkurses sprach
sich Oberkirchenrat Wolfram Friedrichs am Donnerstag in seiner
Haushaltsrede bei der 12. Tagung der 46. Synode in Rastede aus. Er
bedankte sich ausdrücklich bei den Menschen, die die Kirchensteuern
bezahlen. „Sie sind uns lieb und teuer.“ Nur noch rund
77 Prozent der Kirchensteuereinnahmen würden über die
Lohnsteuer erzielt. 2004 seien es noch über 85 Prozent gewesen.
Die 60 Synodalen verabschiedeten einen Haushalt mit einem Volumen
in Höhe von 73, 7 Millionen Euro. Infolge der Aufnahme der
Verwaltungsstrukturreform liegt er rund 4,4 Millionen Euro höher
als im Vorjahr.
Trotz der erfreulichen Entwicklung bei
den Kirchensteuereinnahmen sei, so Friedrichs, mittelfristig
wieder von Risiken für die
Konjunktur auszugehen. Friedrichs wies in diesem Zusammenhang sowohl
auf die Bankenkrise in den USA hin mit den Folgen auch für
das deutsche Bankenwesen, die Preissteigerungen am internationalen
Rohölmarkt als auch auf auch auf lokale Risiken. Er nannte
in diesem Zusammenhang die Airbus-Niederlassungen in Nordenham
und Varel und verwies auf die generelle wirtschaftliche Strukturschwäche
des Oldenburger Landes. Die Oldenburgische Kirche erhält deshalb
in diesem Jahr zum zweiten Mal als einzige Westkirche Ausgleichszahlungen
aus dem Finanzausgleich der Evangelischen Kirche in Deutschland
(EKD) in Höhe von 1, 5 Millionen Euro.
Für den laufenden Haushalt rechnet der Oberkirchenrat nach
vorsichtigen Schätzungen mit Kirchensteuereinnahmen in Höhe
von 47 Millionen Euro. 2008 werden 42,6 Millionen Euro an Kirchensteuermitteln
erwartet. Wegen der positiven Entwicklung bei den Kirchensteuereinnahmen
sollen die Kirchengemeinden in diesem Haushaltsjahr nicht zu einer
Verwaltungskostenumlage hinzugezogen werden. Dies sei, so Friedrichs, „eine
direkte Form der Partizipation der Kirchengemeinden an den Kirchensteuermehreinnahmen.“ Die
Kirchengemeinden werden durch diese Maßnahme um rund 1,7
Millionen Euro entlastet.
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in
Oldenburg hält an ihrem
Sparziel von 12,5 Millionen Euro bei einem Stellenabbau von rund
20 Prozent weiterhin fest. Friedrichs geht dabei jedoch davon aus,
dass sich der Zeitplan „nicht ganz einhalten lasse“.
Der Oberkirchenrat hatte nach Verhandlungen mit der Mitarbeitervertretung
Anfang des Monats eine Beschäftigungsgarantie gegeben
und sich bereit erklärt, auf betriebsbedingte Kündigungen
bis 2012 zu verzichten. |
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Sparziele vorerst nicht erreichbar
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in
Oldenburg kann ihr Einsparziel vorerst nicht vollständig erreichen. „Auch 2015 wird
es noch in weiter Ferne liegen“, bilanzierte die Vorsitzende
der Steuerungsgruppe, Sabine Blütchen, in ihrem Abschlussbericht
vor der 46. Synode sichtlich enttäuscht. Das Einsparziel war
von der Frühjahrssynode 2004 auf 12,5 Millionen Euro bis 2010
beziffert worden. Davon werden rund 9,7 Millionen Euro erreicht.
Blütchen erinnerte die Delegierten des Kirchenparlamentes
an einen Synodenbeschluss im Mai 2004, nach dem „im Rahmen
der notwendigen Einsparungen und Umstrukturierungen in allen Handlungsfeldern
der Charakter einer einladenden und vielgestaltigen Volkskirche“ erhalten
bleiben solle. „Diesem Ziel haben wir uns bei unseren zahlreichen
Beschlussfassungen verpflichtet gefühlt“, machte die
Vorsitzende deutlich. Man habe nicht nur Mittel gekürzt, sondern
auch „viele Veränderungen in Strukturen“ angeschoben,
um das Sparziel zu erreichen.
Nach einem ersten Überblick über bereits erreichte
Einsparungen und die Prognosen sind die Gründe für die
mangelnde Umsetzung in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen vielfältig.
In der Jugendarbeit etwa war eine Entscheidung der Synode ausschlaggebend,
keine Regionaljugenddiakone zu entlassen. Hier können aus
diesem Grund bis 2019 keine Einsparungen erzielt werden. Aus dienstrechtlichen
Gründen und wegen der Alterstruktur ist auch der Bereich der
Gemeindepfarrer einer Steuerung entzogen. Hinzu komme die Selbstverpflichtung
der Kirche, kontinuierlich theologischen Nachwuchs einzustellen.
Unter dem Strich werde hier das Sparziel um drei Millionen Euro
verfehlt. Erfolgreich seien indessen die 123 Kirchengemeinden gewesen.
Laut Blütchen hätten sie ihr Sparziel von zusammen rund
2,3 Millionen Euro weitgehend erreicht.
Vor diesem Hintergrund setzte sich Blütchen dafür ein,
trotz der aktuell hohen Kirchensteuereinnahmen an dem eingeschlagenen
Sparkurs festzuhalten. Als Antragstellerin brachte sie eine Empfehlung
für die nächste Synode auf den Weg, die von den Synodalen
mit großer Mehrheit verabschiedet wurde. Danach soll eine
Arbeitsgruppe kontinuierlich überwachen, ob die von der 46.
Synode beschlossenen Einsparziele erreicht werden und darüber
jährlich vor der Synode berichten. |
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Synode schließt Verwaltungsstrukturreform
ab
Die 46. Synode der Evangelisch-Lutherischen
Kirche in Oldenburg hat auf ihrer 12. und letzten Tagung in Rastede
die Verwaltungsstrukturreform verabschiedet. Das Reformwerk wurde
in einem über zehn Jahre
dauernden Prozess erarbeitet. Es sieht die Reduzierung der derzeit
18 Verwaltungseinheiten auf eine Zentrale in Oldenburg und sechs
regionale Ämter vor, deren Standorte noch nicht abschließend
geklärt sind. Darüber hinaus ist vorgesehen, aus den
Pfarramtssekretariaten rund 40 Kirchenbüros zu bilden, die
künftig neben den Pfarrerinnen und Pfarrern die ersten Ansprechpartner
vor Ort sein sollen. Die Entscheidung darüber liegt bei den
123 Kirchengemeinden der oldenburgischen Kirche. Darüber hinaus
sprachen sich die 60 Synodalen bei neun Gegenstimmen für eine
dezentrale Personalsachbearbeitung aus. Die neue Verwaltungsstruktur
soll bereits ab 2008 greifen und bis 2012 schrittweise umgesetzt
werden.
Dabei müssen die rund 250 kirchlichen Verwaltungsangestellten
bis 2012 keine betriebsbedingten Kündigungen befürchten.
Bestandteil des Abstimmungspaketes war auch eine Dienstvereinbarung
zur Verwaltungsstrukturreform, die der Oberkirchenrat bereits Anfang
November mit der Mitarbeitervertretung ausgehandelt hatte. Danach
gibt die Kirche ihren Angestellten eine Beschäftigungsgarantie
bis 2012, die Oberkirchenrat Friedrichs zufolge sogar um fünf
Jahre verlängert werden könnte, wenn nicht unerwartete
finanzielle Einbrüche eintreten. Gleichwohl hält
die Landeskirche an ihrem Ziel fest, bis 2012 insgesamt 20 Prozent
aller Arbeitsplätze abzubauen.
In seiner Einbringungsrede hatte Oberkirchenrat
Wolfram Friedrichs dargelegt, dass bei der Erarbeitung der Beschlussvorlage
alle Ebenen beteiligt, mehrtägige Workshops und Informationsveranstaltungen
durchgeführt worden seien. Er habe dabei persönlich „durchaus
schmerzhaft“ erfahren müssen, dass diese Begegnungen auch
von Misstrauen geprägt gewesen seien. Seiner Ansicht nach bräuchten „sich
Oberkirchenrat und regionale Dienststellen jedoch gegenseitig für
eine optimale Gestaltung des gemeinsamen Ganzen“. Der avisierte
Stellenabbau lasse sich nur durch ein gutes Zusammenspiel der einzelnen
Stellen abfedern. |
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Heinsen: Dankbar für vertrauensvolle
Zusammenarbeit
„Ich bin dankbar, mitgearbeitet zu haben an diesem Reformwerk
mit seinen teilweise auch nervenden Prozessen.“ Dieses Fazit
zog Synodalpräsident Heinz Heinsen zum Abschluss der
46. Synode am Freitagabend in der Heimvolkshochschule in
Rastede und dankte den Synodalen und Präsidiumsmitgliedern
für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und hilfreiche Unterstützung.
Unter den Verhandlungsgegenständen seien ihm bei dieser letzten
Tagung der Legislaturperiode drei Gegenstände „wichtig
und zukunftsweisend“ erschienen, darunter das Schwerpunktthema „Abendmahl
mit Kindern“, der Etat für das Haushaltsjahr 2008, der
wiederum ausgeglichen gewesen sei und nicht zuletzt die Verwaltungsstrukturreform,
die Heinsen als „Schlussstein in unseren Kirchenreformen“ bezeichnete.
Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, Peter
Krug, würdigte die Leistung der 46. Synode: „Die Synode
hat sich von Jahr zu Jahr in ihrer Kompetenz gesteigert.“ Sie
stelle damit eine Herausforderung für die neue Synode dar.
Abschließend bedankte Heinsen sich sichtlich bewegt bei Erika
Stolle, die 22 Jahre das Synodalbüro kompetent und umsichtig
geleitet hatte. Sie scheidet zum Jahresende offiziell aus dem Dienst
aus. Gleichzeitig begrüßte der Synodenpräsident die
Nachfolgerin Elisabeth Terhaag aus Jaderberg. Um einen reibungslosen
Ablauf der Konstituierenden Sitzung der 47. Synode am 16. Januar
2008 zu gewährleisten, erklärte sich Erika Stolle bereit,
diese Synodaltagung gemeinsam mit ihrer Nachfolgerin ehrenamtlich
zu begleiten. |
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46. Synode: Präsidium |
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46. Synode: Plenum |
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46. Synode: Mitglieder des Oberkirchenratskollegiums |
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Das Team des Synodalbüros: Erika Stolle, Elisabeth Terhaag,
Waltraud Willeke, Tina Onnen (von links) |
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Der Synodalpräsident dankt seiner langjährigen Mitarbeiterin
Erika Stolle . . . |
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. . . und heißt die neue Mitarbeiterin Elisabeth Terhaag
willkommen |
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