Rainer Schumann
   
    Weltanschaungsfragen und Sekten
     
     
   
 
Pfarrer Rainer Schumann
 
 
 
 
Der landeskirchliche Beauftragte für Sekten und Weltanschauungsfragen der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg
 
   
   
 
Wilhelmstraße 27
26121 Oldenburg
Telefon
0441-16237
Fax
0441-13807
Email
R.G.Schumann@t-online.de
 
 
 
 
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Einblicke in die Arbeit von Pfarrer Rainer Schumann, Beauftragter für Sekten und Weltanschauungsfragen der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg

Die Kirche lebt seit über hundert Jahren mit der Wirksamkeit der "klassischen Sekten". Seit Anfang der siebziger Jahre sind zu den alten auch neue Sekten sowie neuen religiösen Gemeinschaften, Bewegungen und Strömungen, aber auch Pseudoreligionen und Psychokulte hinzugekommen.

Mindestens in den großen Städten werben und arbeiten nicht nur Vertreter der klassischen großen Weltreligionen (Islam, Hinduismus, Buddhismus usw.), sondern auch deren Abspaltungen und Sondergruppen. Und schließlich sind da auch die (in den 70er-Jahren so genannten) "Jugendreligionen" oder "totalitären Kulte", Führerbewegungen sehr unterschiedlicher Herkunft.

Alle diese sehr verschiedenartigen Gruppen und Bewegungen sind heute in einer mit früheren Erfahrungen unvergleichbaren Weise tätig und wirksam: Sie agieren heute nicht mehr punktuell und lokal begrenzt, sondern flächendeckend. Und ihre Aktivitäten beziehen alle Bereiche des Lebens ein. Sie beschränken sich also nicht auf "kirchliche" und religiöse Bereiche im engeren Sinne, sondern beziehen Wissenschaft, Pädagogik, Medizin und Heilwesen, Kultur, Industrie, Politik usf. ein.

Dies alles bedeutet große Herausforderungen für die christliche Kirche, aus der sich die Aufgaben für die kirchlichen Beauftragten für Sekten- und Weltanschauungsfragen ergeben. Die Kirchen sind aber nicht allein zuständig. Andere werden zunehmend aktiv, besonders der Staat auf dem Gebiet der Gesetzgebung, der Verwaltung und der Rechtsprechung. Daneben gibt es Selbsthilfegruppen und Experten, die sich der Probleme annehmen.

Die kirchlichen Sekten- und Weltanschauungsarbeit kann sich deshalb auf ihre besonderen Stärken besinnen: sie hat das Vertrauen vieler ratsuchender Menschen sie hat das Verständnis für religiöse Sehnsüchte und für die vielfältigen, bisweilen auch negativen Ausdrucksformen religiöser Suche. Ihr Menschenbild gibt ihr ein Fundament, um Kritik an destruktiven Praktiken zu üben und sich an die Seite der Opfer unmenschlicher Verhältnisse zu stellen, die es in einigen religiösen und weltanschaulichen Gemeinschaften gibt. Allerdings muß sie auch ihre eigenen Aktivitäten und Gruppen an den Maßstäben messen, an denen sie andere mißt.

Wir wollen deshalb Verständnis für das Fremde wecken, Dialoge fördern
Andere Frömmigkeitsformen verstehen, die Fähigkeit zur nötigen Auseinandersetzung stärken
Die Freude am eigenen christlichen Glauben in der Begegnung erleben,
Achtung vor dem anderen Glauben gewinnen Problematische Praktiken beim Namen nennen, uns mit einseitigen und gefährlichen Ideen geistig und praktisch auseinandersetzen, dabei die eigenen Defizite und Schwächen nicht vergessen
Information und Orientierung, Beratung und Seelsorge anbieten
Den Betroffenen in Konflikten zur Seite stehen, ein offenes Ohr für die Belange religiöser Minderheiten haben.

 
     
           
   >Arbeitswelt   
   >Bibliothek   
   >Beratungsarbeit   
   >Buechereiarbeit   
   >Gemeindeberatung   
   >Gleichstellungsbeauftragte   
   >Kindergarten   
   >Medienstelle   
   >Sekten und Weltanschauung   
       
 

Die praktische Arbeit läßt sich in drei Bereiche aufteilen:

Öffentlichkeitsarbeit

 
  Vorträge, Referate, Seminare zu aktuellen, gewünschten Themen. Beispiele: Übersicht über die religiöse Landschaft, Klassische Sekten (Zeugen Jehovas, Neuapostolische Kirche, Mormonen u.a.), Okkultismus und Satanismus, Scientology usw. Zur Öffentlichkeitsarbeit gehören auch Informationsdienste für Behörden, Presse, Rundfunk und Fernsehen  
     
  Information, Beratung, Seelsorge  
  Das kann von dem simplen Informationsfrage ("Ich muß ein Referat halten. Ich weiß zwar nicht den Namen der Gruppe, aber haben Sie Material darüber?" - oder: "Da gibt es in X. ein neues Gesundheitszentrum. Steckt da eine Sekte dahinter?") über Beratung bei Verstrickung von (meistens) Angehörigen in eine "sektenähnliche" Gruppe bis hin zu länger dauernder seelsorgerlichen Begleitung von "schwierigen Fällen" führen  
     
  Position beziehen  
  Gegen alle Angriffe - auch gegen alle Häme - von Gegnern der Kirche, mögen sie aus konkurrierenden weltanschaulich anderen Gruppen kommen oder aus dem Lager der ach so objektiven Religionswissenschaft, kann die Kirche, will sie Kirche Jesu Christi bleiben, nicht darauf verzichten, auf dem Markt der Religionen deutlich zu machen, was ihrer Einsicht nach rechte Kirche ist. Apologetische Arbeit ist deshalb immer auch kritisches Geschäft. Kritisches Geschäft nach außen, um die Geister zu scheiden, und kritisches Geschäft nach innen, um die Kirche an ihre Grundlagen zu erinnern.  
     
  In diesem Spannungsfeld steht auch der "Sektenbeauftragte". Einerseits soll er anderen gegenüber die wahre Lehre vertreten, die ein Großteil der Kirchenmitglieder gar nicht mehr teilt, andererseits soll er "offen" sein für "neue spirituelle Erfahrungen", von denen sich manche eine (Neu-)Belebung des vermeintlich erstorbenen Körpers der Kirche versprechen